Wohnung Berlin finden – trotz Drogensucht möglich?

Wohnungsvertrag

Wer süchtig nach Drogen, wie Ecstasy, Speed und Co. ist, der hat es nicht leicht, in seinem Leben wieder auf die rechte Bahn zu kommen. Eine eigene Wohnung Berlin zu finden, ist nahezu unmöglich, denn kaum ein Vermieter würde an einen Drogensüchtigen vermieten. Gerade Jugendliche brauchen aber einen gewissen Halt und eine bestimmte Normalität in ihrem Leben, um von den Drogen wegzukommen. Spezielle Einrichtungen haben sich deshalb gebildet. Sie arbeiten mit Streetworkern und Sozialpädagogen zusammen, die erst einmal in intensiven Gesprächen versuchen, an die Jugendlichen heranzukommen. Ist das Grundvertrauen aufgebaut, kann man mit ihnen oft auch über weiterführende Möglichkeiten der Lebensführung sprechen. Hierzu zählen unter anderem eine dauerhafte Bleibe, etwa zunächst in einem betreuten Wohnen oder einer entsprechenden Einrichtung. Hier sollten die Jugendlichen zunächst einen geregelten Tagesablauf erlernen, zu dem auch ein regelmäßiger Besuch der Schule oder eine Arbeit gehören.

Alleine das Aufstehen fällt vielen Jugendlichen schon schwer und muss entsprechend von den Betreuern überwacht werden. Auch kann es im weiteren Verlauf der Zurückführung in ein geregeltes Leben zur Hilfe bei der Suche nach einer Wohnung Berlin kommen. Die Einrichtungen sprechen mit den Vermietern und bringen die Jugendlichen somit oftmals in einer entsprechenden Wohnung unter. Allerdings ist es bis zur eigenen Wohnung ein weiter Weg, in der ersten Zeit werden die Betroffenen höchstens in einer WG untergebracht, in der auch immer wieder ein Betreuer vorbeischaut.

Das Leben neu erlernen

Wie man bereits deutlich sieht, müssen betroffene Jugendliche das geregelte Leben vollkommen neu erlernen und ohne Hilfe von außen geht dies nicht. Vielfach ist dies die letzte Chance für Jugendliche und wären solche Einrichtungen nicht vorhanden, wäre das Schicksal der jungen Menschen längst besiegelt.

Allerdings kann die Hilfe nur dann erfolgreich sein, wenn die Jugendlichen auch bereit sind, mitzumachen. Andernfalls kann jede Hilfe von außen nur zum Misserfolg führen. Das wissen auch die Pädagogen und Streetworker und suchen sich gezielt diejenigen Jugendlichen heraus, bei denen sie eine Chance haben, an sie heranzukommen und positiv auf sie einzuwirken. Mit Praktika oder gemeinnütziger Arbeit soll zunächst ein geregelter Tagesablauf eingeübt werden. Hierzu zählen ebenfalls verschiedene Pflichten, die in den Einrichtungen übernommen werden. Das fängt beim morgendlichen Tischdecken an und reicht bis zum regelmäßigen Wäsche waschen oder abwaschen des Geschirrs.

Schon kleinste Aufgaben, die für manch einen als völlig normal gelten, sind für viele Drogensüchtige nicht zu bewältigen. Sie müssen schrittweise zurück in ein „normales“ Leben geführt werden, was nur durch professionelle Hilfe, einen Entzug und eiserne Selbstdisziplin möglich wird. Klare Regeln gelten in diesen Einrichtungen auch bei einem Rückfall. Wer Drogen nimmt, fliegt. Gnadenlos. Das ist unbedingt notwendig, denn die Plätze in den Einrichtungen sind rar und sich mit Jugendlichen zu beschäftigen, die selbst nicht mitziehen, macht wenig Sinn, sowohl für die Pädagogen als auch für die Jugendlichen.

Weg von der Straße, weg von den Drogen

Unter diesem Motto arbeiten die Einrichtungen, die Jugendliche wieder auf den rechten Weg bringen wollen. Bei manchen scheint es aussichtslos, bei anderen wiederum können gute Erfolge erzielt werden. Wichtig ist es aber generell, erst einmal eine Brücke zu den Jugendlichen zu schlagen, ihr Vertrauen zu gewinnen und sie von der Notwendigkeit eines geregelten Lebens zu überzeugen. Dafür müssen die Streetworker zunächst einmal viel Geduld aufbringen. Zahllose Gespräche mit den Jugendlichen, die oft noch auf der Straße leben, sind notwendig, um dieses Vertrauen aufzubauen und sie tatsächlich in eine solche Einrichtung zu bringen.

Dort erst kann mit der eigentlichen Arbeit, dem Erlernen eines geregelten Tagesablaufs begonnen werden. Entschuldigungen gelten nicht, wer verschläft, muss die Konsequenzen tragen. Wer sich integriert und seinen Weg geht, hat aber sehr gute Chancen und Aussichten für die Zukunft. Denn die Einrichtungen helfen nicht nur, eine Wohnung Berlin zu finden, sondern ebenso bei der Jobsuche oder der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Foto: © Thorben Wengert / Pixelio