Sucht und Drogen
Sucht bezeichnet laut Definition der WHO das zwanghafte Bedürfnis und das Angewiesensein auf eine bestimmte Substanz, wobei hier zwischen psychischer und physischer Abhängigkeit unterschieden wird. Was den Gebrauch illegaler Drogen angeht, so gibt es laut UNODC (United Nations Office of Drugs and Crime) in Europas Städten zwei große Konsumgruppen.
Einerseits findet man hier die Randständigen, andererseits die sozial integrierten Freizeitverbraucher. In beiden Gruppen unterscheiden sich Art, Beschaffung und Preis der Drogen drastisch, sodass es durchaus vorkommen kann, dass der ein oder andere Konsument eine Kreditkarte online beantragen muss, um die Kosten für seine Sucht aufbringen zu können.
Zu welcher Gruppe man gehört, lässt sich leicht durch die Wahl der Droge feststellen. Die sozial integrierten Freizeitverbraucher greifen doch eher zu leichteren Drogen wie Cannabis, Ecstasy und ab und an auch mal zu Kokain. Diese Gruppe würde im Gegensatz zu den Randständigen aber niemals zu Opiaten wie zum Beispiel Crack oder Heroin greifen.
Es gibt eine Reihe unterschiedlichster Rauschmittel. Die meisten von ihnen sind pflanzlichen Ursprungs, aber auch synthetische Drogen sind mittlerweile weltweit verbreitet. So findet man hier zum Beispiel die Einstiegsdroge Marihuana, welche aus der indischen Hanfpflanze gewonnen wird. Aber auch aus der Kapsel des Schlafmohns lassen sich Drogen wie zum Beispiel Heroin oder Morphin herstellen. Ebenso wird aus den Blättern des südamerikanischen Kokastrauchs die bekannte Droge Kokain hergestellt. Zu weißem Pulver verarbeitet wird Kokain entweder durch die Nase eingeatmet oder aber aufgelöst in die Vene gespritzt.
Neben den pflanzlich hergestellten Rauschmitteln findet man aber auch die synthetisch hergestellten Drogen. Hierbei steht wohl an erster Stelle die Modedroge Ecstasy, die in Form von Tabletten, Kapseln oder Pulver zu sich genommen werden kann. Ein Dauerkonsum kann zu schwerwiegenden psychischen Störungen führen. Eines der stärksten Suchtgifte ist LSD. Durch den Mund aufgenommen, erzeugt es eine psychische Abhängigkeit, die beim Konsumenten schwerste Halluzinationen auslösen kann. Daher sind selbst Suizide und bleibende geistige Verwirrung nach der Einnahme von LSD leider keine Seltenheit.
Aber Sucht hat nicht immer nur etwas mit den eben genannten Drogen zu tun. Denn die am häufigsten konsumierte Droge ist Alkohol. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Alkohol ist nicht verboten! Es muss keinerlei Beschaffungskriminalität erfolgen, um an Alkohol heranzukommen. Meist sind die Konsumenten finanziell eher gut situiert und könnten, um ihre Sucht finanzieren zu können, sogar einen Kredit oder eine Kreditkarte beantragen, der in der Regel sogar bewilligt würde. Die Volksdroge Alkohol wird in vielen Fällen zur Problembewältigung genutzt. Schon Jugendlichen wird durch die Gesellschaft, Film und Werbung suggeriert, Alkohol verdränge Probleme, egal ob Trauer oder Wut. Was jedoch nicht oder nur selten erwähnt wird, sind die Nebenwirkungen von übermäßigem Alkoholkonsum. So beeinträchtigt Alkohol unsere Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit und führt bei regelmäßiger Einnahme zu schweren körperlichen und psychischen Störungen. Alkoholsucht ist trotz der rund 40.000 Alkoholtoten im Jahr ein kaum ernst genommenes Problem der Gesellschaft.
Ebenso wenig zu unterschätzen ist die Vielzahl von Medikamentenabhängigen. Eigentlich ist ein Medikament ein Arzneimittel, das in bestimmter Dosierung zur Heilung, Vorbeugung oder Linderung einer Krankheit eingesetzt wird. Jedoch haben viele Medikamente bei regelmäßiger Einnahme ein sehr hohes Suchtpotential. Schon bei der kleinsten Beschwerde greifen Menschen zu Schmerzmitteln oder bekommen Psychopharmaka verschrieben, weil sie depressiv verstimmt sind. Auch dies wird durch Werbung noch gepusht.
Die Zahl der abhängigen Menschen ist erschreckend hoch. Zwischen fünf und sieben Prozent der Bevölkerung leidet unter einer Abhängigkeit. Der Alkoholabhängigkeit kommt hier die größte Bedeutung zu. Rund 1,7 Mio. Menschen in Deutschland sind von Alkohol abhängig. Etwa 1,4 Mio. Menschen von Medikamenten. Zirka 150.000 Menschen sind abhängig von harten Drogen. Alkohol- und Drogenabhängigkeit findet man vermehrt bei Männern, wohingegen Frauen häufiger von Medikamentenabhängigkeit betroffen sind. Besonders auffallend ist das Alter der Konsumenten. Drogen werden überwiegend von 14 bis 30-Jährigen konsumiert, Medikamente in der Regel von Menschen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr.
Wer seine Sucht erkannt und sich zu einer Therapie entschieden hat, sollte sich professionelle Hilfe suchen. Es gibt verschiedenste Anlaufstellen, egal ob stationär oder ambulant. Hier lernt man, sich selbstbewusster wahrzunehmen, eigene Stärken und Schwächen besser zu erkennen und mit ihnen umzugehen, um einen Rückfall in die Sucht zu vermeiden.