Drogenfilme – pro- oder kontraproduktiv für die Jugend?

Drogenfilme werden schon seit Jahr und Tag an Schulen und anderen Bildungseinrichtungen eingesetzt. Ziel dieser Drogenfilme ist die Aufklärung über die Gefahren, die von Drogen ausgehen. Insbesondere Jugendliche, die gerne alles einmal ausprobieren möchten, werden durch Drogenfilme darüber aufgeklärt, welche teils verhängnisvollen Folgen ihr Drogenkonsum haben kann.

Abschreckende Bilder der völlig von Teer zerfressenen Lunge oder des Raucherbeins sollen Jugendliche vom Drogenkonsum abhalten. Hinzu kommen Statistiken, die belegen sollen, wie gefährlich einzelne Drogen sind und welche Auswirkungen diese haben. Doch sind diese Drogenfilme tatsächlich geeignet, um Jugendliche vom Drogenkonsum abzuhalten?

Abschreckende Wirkung ist garantiert, hält jedoch nicht lange an

Aufgrund der teilweise sehr gruseligen, furchtbaren Bilder werden Jugendliche durch Drogenfilme mit Sicherheit abgeschreckt. Allerdings hält diese Wirkung in der Regel nicht lange an. Jugendliche wissen noch nicht, wo sie im Leben stehen, wer sie tatsächlich sind usw. Aus diesem Grund unterwerfen sie sich oft dem allgemeinen Gruppenzwang. Gegen den Versuch, mit Drogen zu experimentieren können also auch die Drogenfilme nichts ausrichten.

Allerdings ist die Aufklärung dennoch wichtig. Denn häufig vergleichen Jugendliche, die Drogen konsumiert haben, ihre eigenen Erfahrungen mit denen, die sie im Drogenfilm vorgeführt bekommen haben. Durch diese Vergleiche werden sie sich oftmals eher bewusst, welchen Schaden Drogen tatsächlich anrichten können und werden in Zukunft mit größerer Wahrscheinlichkeit davon ablassen.

Moderne Drogenfilme zeigen eine Handlung

Doch die modernen Drogenfilme gehen davon weg, einfach nur Statistiken wider zu käuen und schreckliche Bilder zu zeigen. Sie enthalten eine richtiggehende Handlung, die zeigt, wie tief man durch den steten Drogenkonsum sinken kann. Dabei wird versucht, die Handlung so zu gestalten, dass die Jugendlichen sich selbst in den Hauptdarstellern wieder erkennen können.

Somit gelingt es, die Hemmschwelle für Drogenkonsum deutlich anzuheben. Wird eine spannende Handlung präsentiert und gezeigt, was Drogen aus einem einst normalen Jugendlichen machen können, wie dieser vielleicht auf der Straße lebt, sich vom Betteln ernährt und jede Tätigkeit nur darauf ausgerichtet ist, sich den nächsten Schuss zu setzen, werden Jugendliche mit Sicherheit nachdenklicher gestimmt. Diese Filme haben den Vorteil, dass man sich selbst in die Hauptdarsteller hinein versetzen kann. Und das wiederum führt dazu, dass die Sicht auf Drogen und den Drogenkonsum eine völlig andere ist, als wenn lediglich Lehrfilme mit abschreckenden Tatsachenbeispielen gezeigt werden.

Generell ist also die Aufklärung über Drogen noch immer wichtig, doch geht man weg von Dokumentarfilmen, hin zu Filmen, die eine klassische Handlung und einen Spannungsbogen beinhalten. Ein Happy End gibt es bei solchen Filmen allerdings meist nicht, was durchaus bewusst so gemacht wurde. Denn durch den schlussendlichen Tod der Hauptperson oder deren Rückfall in eine Abhängigkeit und das tiefe Sinken, sowie den Verlust des sozialen Status werden Jugendliche eher abgeschreckt.